„Fast jeden großen Schritt, den ich in meiner Entwicklung gemacht habe, verdanke ich irgendeinem Fehler.“

Gordon MacDonald
Der Begriff FehlerFreundlichkeit wurde von der Biologin Christine von Weizäcker geprägt. Ihrer Meinung nach hat die Evolution nicht so gut funktioniert, weil sie nach Perfektion gestrebt hat, sondern weil sie das andere, die Abweichung, das vermeintlich Unnütze, den Fehler zulässt – und sogar schützt. Was auf den ersten Blick wie Schwäche aussieht, bedeutet in Wirklichkeit Stärke! Das Ziel der Evolution ist niemals Fehlerlosigkeit, sondern Vielfalt – denn nur ein Reichtum an Optionen garantiert Antwortfähigkeit und Lernfähigkeit.

Das Prinzip der FehlerFreundlichkeit lässt sich auch auf unser eigenes Leben, unseren Lebensweg übertragen: Persönliches Wachstum meint demnach Wachsen der Persönlichkeit, nicht Wachsen der Person. Sogar ein Scheitern kann zu diesem Wachstum beitragen. Dazu müssen wir uns selbst akzeptieren und ins Tun kommen: Wir haben zwar eine Option verloren, uns stehen aber nach wie vor viele andere Möglichkeiten offen – wir können uns ein neues Ziel wählen und aus unseren Fehlern lernen.

Unsere heutige so beschleunigte Welt ist im Kern ungeduldig und unleidlich gegenüber Abweichungen. Fehler aber definieren den menschlichen Maßstab, FehlerFreundlichkeit das Maß der Freiheit. Nur wo wir auch scheitern dürfen, können wir uns entfalten, können wir wachsen, unsere Grenzen entdecken und diese überwinden. Fehler führen uns vor Augen, dass unsere Kontrolle über uns selbst und das Leben Grenzen hat.

Wir funktionieren nicht, wir leben!